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Alte Ansichten - das Sägewerk Strobel & Siering

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Historie des ehemaligen Sägewerks Strobel & Siering - ehemals herrschaftliche Säge

von Bernhard Hessemann
Das ehemalige Sägewerk Strobel & Siering war eines der ältesten Sägewerke des Schwarzwald - Baar - Gebietes. Der Ursprung reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück.

Im Weistum der Gemeinde Wolterdingen von 1489 wurde die damals schon bestehende und zum Hause Fürstenberg gehörende Sägemühle erstmals genannt. Im Renovationsurbar von 1792 wird noch auf ältere Urkunden aus den Jahren 1480 und 1400 verwiesen. Es handelte sich zu jener Zeit, aller Wahrscheinlichkeit nach, um eine einzelne Klopfsäge.

Das Sägewerk wurde erstmals im Jahre 1851 vom damaligen Hirschwirt Anton Strobel für 12 Jahre gepachtet. Hirschwirt Strobel hatte schon vor der Pachtung einen Holzhandel betrieben und öfters auf der herrschaftlichen Säge größere Mengen Holz sägen lassen.

Nach Ablauf der 12 Jahre kaufte Anton Strobel 1863 das Sägewerk vom Hause Fürstenberg. Er wurde Besitzer der gesamten Sägemühle mit allem Zubehör und gab dafür unter anderem elf Morgen Wald im Wert von 1500 Gulden an der Brugger Halde auf Donaueschinger Gemarkung in Zahlung. Das Sägewerk wurde unter ihm weiter ausgebaut und modernisiert. Nach dem Tode von Anton Strobel übernahm sein Sohn Johann Strobel I das Sägewerk.

1903 übernahmen durch Kauf die Nachkommen Johann Strobel II und Leopoldine Siering geb. Strobel und derer Ehemann Carl Siering Eisenbahnbauingenieur das Sägewerk.

Am 18. September 1923 fiel das gesamte Sägewerk einschließlich der dazugehörenden Landwirtschaft und Maschinen den Flammen einer großen Brandkatastrophe zum Opfer. 27 weitere Anwesen unserer Gemeinde brannten dabei bis auf den Boden nieder und viele Bewohner konnten kaum mehr retten als ihr nacktes Leben.

Nach dem Brand übernahmen die Söhne Alfred Strobel und Fritz Siering das Werk, sie standen praktisch vor einem Nichts. Nur der gute Ruf der Firma war geblieben. Äußerste Genügsamkeit und zäher Fleiß, sowie ein wenig Glück führten den Betrieb wieder aufwärts.

Am 1. Mai 1924 konnten mit den alten, reparierten Gattern wieder die ersten Bretter und Balken gesägt werden. Besonders verdient um die Instandsetzung der Betriebseinrichtungen machte sich dabei der einstige Mühlenbauer Kilian Schropp. Es folgten Jahre des Aufschwunges.

Umfangreiche Arbeitsaufträge erhielt man vom französischen Kolonialministerium. Diese Aufträge hatten nicht nur positive Auswirkung auf den Betrieb, sondern es konnten auch viele neue Arbeiter eingestellt werden, die so in jener Notzeit das Brot für ihre Familien verdienen konnten. Nach Erfüllung des Auftrages im Jahre 1932 konnte die Firma nur noch mit Stammpersonal arbeiten. 1944/45 wurde der Sägebetrieb vorübergehend eingestellt. Die Produktion wurde 1946 wieder aufgenommen. Zunächst erfolgten die Lieferungen an die französischen Besatzungsmächte. Nach der Währungsreform waren das Rheinland, Westfahlen, Holland und die Schweiz Hauptabsatzgebiet.

1967 wurde der Betrieb eingestellt.

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