Mühlen in Wolterdingen
Das Wappen von Wolterdingen - ein Ortsteil der großen Kreisstadt Donaueschingen

Informationen rund um Wolterdingen


Mühlen in Wolterdingen

Von Artur Kaiser

Schon früh wurde in Wolterdingen die Wasserkraft der Breg zum Betrieb von Mahlmühlen genutzt.

Die Hintere (Obere) Mühle (Haus Straub) wurde vor etwa 500 Jahren als herrschaftliche Mühle in Betrieb genommen. Die Mühle war mit Abgaben zugujsten der Herrschaft, dem Mühlenzins, belastet (jährlich ein Schwein und 120 Eier).
Der auf der Mühle ruhende Mühlenbann verpflichtete die Bewohner von Wolterdingen und Umgebung, ausschließlich in dieser Mühle Getreide mahlen zu lassen. Bei der Abfertigung der Kunden galt der zum Sprichwort gewordene Grundsatz: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!" Als Lohn erhielt der Müller ein bestimmtes Quantum der zu mahlenden Frucht. Teilweise wurde das Getreide vom Müller bei den Bauern abgeholt und das Mehl zurückgebracht.

Im Jahre 1721 wurde die Vordere (Untere) Mühle (Haus Egle) mit drei Mahlgängen in Betrieb genommen. Ihr Mühlenbann umfaßte Wolterdingen, Aufen und Grüningen. Sie wurde zeitweise auch zur Bannmühle der Donaueschinger. Deren Mühlen konnten durch häufigen Wassermangel, die wachsende Bevölkerung und die Tatsache, daß in der Donaueschinger Mühle auch das Malz für die Brauerei zu mahlen war, die Bevölkerung nicht ausreichend versorgen.

1834 wurde durch den Besitzer der vorderen Mühle eine weitere Beimühle (Untere Mühle) erbaut. In ihr wurde vorwiegend Mehl- und Getreidehandel betrieben. Das ehemals im Besitz des unteren Müllers stehende Grundstück befand sich auf dem Gelände des heutigen Bregwerks.

Im Dorf wurden weitere kleine Mahlmühlen für den Eigenbedarf des Müllers und dessen Nachbarschaft betrieben.

Im Ortsteil Zindelstein wurde im "Schwarzen Buben" und im Schmelzdobel Getreide gemahlen.

Die Mühlsteine wurden in eigenen Steinbrüchen von Wolterdinger Steinmetzen hergestellt und an die Mühlen der näheren und weiteren Umgebung und sogar ins Ausland verkauft.

durch den Wasserreichtum der Breg konnten die Wolterdinger Mühlen ganzjährig betrieben werden. Nur die Hochwasser und der Eisgang auf der Breg stoppten das Drehen der Mühlsteine. In diesen Zeiten mußte die Bevölkerung auf die Mühlen in den bregabwärts gelegenen Orten ausweichen.

Neben den Mahlmühlen wurden in Wolterdingen schon seit dem Mittelalter Sägemühlen betrieben. Das Holz der riesigen Waldungen im vorderen Bregtal wurde in mehreren Mühlen mit der Wasserkraft der Breg verarbeitet.

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