Die Burgruine Zindelstein
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Die Burg Zindelstein

Von Mechtild Hofmann

Die Burgruine Zindelstein1225 wird die Burg Zindelstein auf dem linken Hochufer der Breg erstmals urkundlich erwähnt, vermutlich aber bereits im 12. Jahrhundert errichtet. Die Zähringer sicherten von dort aus ihre Hausmacht im Schwarzwald und auf der Baar gegen die Macht der Staufer im benachbarten Schwaben und zugleich den Weg von der Baar in den Breisgau.

Mit Teilen des Zähringer Erbes kam die Burg in den Besitz des Hauses Fürstenberg und diente zeitweise als Wohnsitz für Burggrafen, also "beamtete Ministeriale", aber auch für Mitglieder der fürstenbergischen Familie. So lebte hier beispielsweise Gräfin Adelheid, die Witwe von Graf Egino V., die später als Nonne im Kloster Günterstal bei Freiburg starb, ebenso Graf Gottfried von Freiburg-Fürstenberg, ein Sohn Eginos V., später Domherr zu Konstanz.

Zur Blütezeit Mitte des 14. Jahrhunderts residierte auf "Zindelstein, dem Mittelpunkt des Bregtals" Graf Hugo von Fürstenberg, auf den auch die Gründung des Paulinerklösterchens in Tannheim zurückgeht, das erstmals 1353 genannt wird. 1358 wird die Burg für zehn Jahre an den Bischof von Straßburg verpfändet, was dafür spricht, daß sie auch damals noch militärische Bedeutung hatte.

Mit dem Aufstieg der bei Hammereisenbach gelegenen Burg Neufürstenberg zur Sicherung des Bergbaus im oberen Bregtal beziehungsweise der Stadt Vöhrenbach war der Abstieg der Burg Zindelstein besiegelt. Im 15. Jahrhundert wird sie gelegentlich als "Burgstall" bezeichnet.

Zeichnung nach Luzian Reich 1852 (Titelblatt des Hieronymus)Später wurde die Feste Spekulationsobjekt und wechselte mehrfach den Besitzer. 1525 schließlich, 300 Jahre nach der ersten Erwähnung also, brannten im Bauernkrieg aufrührerische Bauern Burg Zindelstein nieder.

Die an die zumindest im unteren Teil fensterlosen Umfassungswand angelehnten Wohnräume seien wie bei vergleichbaren Burgen vermutlich aus Holz gewesen, erklärt Dr. Peter Schmidt-Thomé vom Landesdenkmalamt. Ein komfortabler Wohnort sei so eine Burg, die für 6 bis 7 Leute Platz bot, früher nie gewesen.

Im Bereich der Ruine lassen sich verschiedene Bauphasen erkennen. Ältester Teil ist der Bergfried, der mit seinen mächtigen Buckelquadern deutliche Merkmale aus der Stauferzeit aufweist - nach den Worten Schmidt-Thomés mit seinen schätzungsweise 3 mal 4 Metern Grundfläche eher ein Bau zum Repräsentieren als wirklich notwendig.

Der Burgberg selber sei von der Hochfläche durch einen künstlich in den Felsen eingehauenen Graben abgetrennt, dessen Außenseite nach Süden durch einen Wall verstärkt wird. Durch diesen Graben über den heutigen Fußweg führte bereits früher ein Weg zur Burg. "Hohlwegartige Strukturen" im gegenüberliegenden Wald lassen nach Ansicht von Schmidt-Thomé auf frühere Zugangswege beispielsweise auch aus dem Brigachtal schließen.

Wohl erst nach der Zähringer Herrschaft wurde die südliche Vorburg errichtet, auf die das Hauptaugenmerk bei den Sicherungsarbeiten anläßlich des Stauferjahres gelegt worden war. Hierbei fanden die Arbeiter auch einen bis dato unbekannten Zugang über den Steilabsturz im Westen.

Blick auf die Burg (rechts neben dem Schild) mit dem oberen Zindelstein
Zu Zindelstein gehörten schon im Mittelalter die Gehöfte Vorder- und Hinter-Zindelstein, vermutet Schmidt-Thomé. So war der Wirtschaftshof der Burg der Jöchen-Hof im Vorderzindelstein, das Geburtshaus der Vorfahren Fidelius Heyne, als Groß-Uhrmacher der Traditionsträger der Uhrenfamilie Heyne. Die beiden Häuser vor dem Burggraben seien dagegen wohl erst nach der Zerstörung entstanden, da ihre sichtbare Substanz neuzeitlich sei.

Zum Artikel: Die Burgruine Zindelstein im Dornröschenschlaf

Colorierte Zeichnung der Burgruine Zindelstein aus dem Jahr 1839

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