Schneeräumen vor 50 Jahren
Das Wappen von Wolterdingen - ein Ortsteil der großen Kreisstadt Donaueschingen

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Schneeräumen vor 50 Jahren

Von Mechtild Hofmann

Kommt Schnee oder nicht ? Das, was sich viele Leute heute (vergeblich) wünschen, war noch vor 50 Jahren nicht sehr begehrt - dafür an der Tagesordnung. Aber Schnee bedeutet eine Menge Arbeit, wie sich Jüngere im Zeitalter hochtechnisierter Autos nur noch schwer vorstellen können.

Alfred Demond auf dem SchneepflugDie Wolterdinger bedienten sich damals noch eines Schneepflugs, der aus zwei eisenbeschlagenen Bohlen bestand, die im spitzen Winkel zueinander angeordnet waren. Je nach Straßenbreite stellten sie den Winkel flacher oder spitzer ein. Und kam eines, der damals noch seltenen Autos, so wurden die zwei Arme zusammengeklappt und das Fahrzeug durchgelassen.

Vier bis fünf Männer saßen oft zum Beschweren auf den Bohlen, erinnern sich alte Wolterdinger. Gezogen wurde der Schneepflug von Pferde- oder Ochsengespannen mit vier oder sechs Tieren.

Nicht nur die Straßen im Ort mußten geräumt werden, sondern in alle Richtungen bis etwa auf halbe Strecke zu den Nachbarorten. Bis dahin kamen ihnen die anderen Schneepfluge entgegen. Kein Wunder, daß morgens um acht Uhr viele Straßen noch nicht befahrbar waren.

Hatte es lange geschneit, wuchsen nach einiger Zeit die Schneehaufen besonders unten am Wolfbach derart hoch, daß die Männer des Ortes zum Schaufeln ausrücken mußten. In mehreren Etagen wurden die weißen Massen den Damm hoch geschippt und hinübergeworfen. Damit der Schnee nicht an der Schaufel kleben bleibt, fetteten die Männer sie mit Speckschwarten ein.

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