
Am 1. Juli 1945 wurde der Elisabethenverein vom damaligen Pfarrer Franz
Xaver Glatz gegründet und zählt noch heute 150 Mitglieder - meist ältere
Wolterdinger, deren Familien seit Jahrzehnten dem Verein angehören.
"Früher traten die Frauen selbstverständlich mit der Hochzeit dem Elisabethenverein
bei", weiß Kassiererin Christa Fesenmeyer zu berichten. Die Hilfe des Vereins
hat nämlich fast jeder in Anspruch genommen: Er war Träger der Schwesternstation
und der Kinderschule, wie der Kindergarten früher genannt wurde, sowie einer
Nähschule.

Die Gründung des Elisabethenvereins geht zurück auf einen badischen Frauenverein,
den Fürstin Dorothea zu Fürstenberg 1889 in Wolterdingen ins Leben gerufen
hatte. 1906 wurde im Ort eine Schwesternstation und bald darauf die Kinderschule
eingerichtet und mit Schwestern aus Hegne besetzt. "Arme alte Leute, Kranke
und Wöchnerinnen wurden gepflegt und mit warmem Essen versorgt oder auch
mit Geldgaben unterstützt", schreibt Emil Hauger in seiner Chronik über
das "segensreiche Wirken" des Vereins.
Mehrere Tausend Krankenbesuche verzeichnen die Statistiken für die Nachkriegsjahre,
zwischen 200 und 400 Menschen werden betreut, Sammlungen für arme Familien,
Fliegerbeschädigte, Kriegsgefangene oder Ostflüchtlinge durchgeführt. Seit
1961 sind zudem alle Senioren des Ortes zum Altennachmittag geladen, der
traditionell am zweiten Sonntag im Dezember veranstaltet wird.
Ein schwerwiegender Einschnitt kommt mit der Aufhebung der Schwesternstation
wegen Schwesternmangels am 15. November 1973. Am 1. April 1974 geht die
Trägerschaft des Kindergartens an die Pfarrgemeinde beziehungsweise den
Stiftungsrat über. Damit entfällt der eigentliche Zweck des Vereins. Auf
einer Versammlung am 28. Oktober 1973 sprechen sich dennoch alle anwesenden
Mitglieder (ein Drittel) für den weiteren Erhalt aus. Seitdem seien die
Elisabethen ein Förderverein für die Caritas-Sozialstation St. Elisabeth
Donaueschingen, die für Donaueschingen und Hüfingen zuständig ist, wie Vereinsvorsitzende
Luitgard Hättich erklärt.
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Mark im Jahr beträgt derzeit der Jahresbeitrag für die Mitglieder. Im Gegenzug
kommen sie in den Genuß eines 15-%-Rabatts auf Leistungen der Sozialstation.
Seit Einführung der Pflegeversicherung vor gut fünf Jahren sind zwar viele
Leistungen durch die Versicherung abgedeckt, aber offenbar ist dennoch immer
wieder zusätzliche Hilfe notwendig, die aus eigener Tasche bezahlt werden
muß. So wurde nach Auskunft der Verwaltungsleiterin der Donaueschinger Sozialstation,
Rita Löffler, in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres in Wolterdingen
insgesamt 415 Mark Rabatt gewährt, vor allem für hauswirtschaftliche Hilfe.
Aber der Elisabethenverein unterstützt die Arbeit der Sozialstation noch
weiter. Denn, so die Verwaltungsleiterin, Hilfsbedürftige müßten laut Pflegegesetz
einen Investitionskostenanteil selber bezahlen. In Wolterdingen und anderen
Ortschaften komme für diesen Anteil ebenfalls der örtliche Elisabethenverein
auf. Die Summe - meist zwischen 1 und 4,50 Mark - wird pauschal auf die
Mitglieder der katholischen Kirchengemeinden umgelegt (in Wolterdingen knapp
1200). "Die Solidargemeinschaft zwischen Kranken und Gesunden wird aus den
Mitgliedsbeiträgen finanziert", formuliert es Pfarrer Werner Arnold.
Luitgard Hättich sieht zudem noch Gestaltungsmöglichkeiten bei der Arbeit
der Sozialstation. Denn gemeinsam mit dem Pfarrer nimmt sie und Christa
Fesenmeyer regelmäßig an der Generalversammlung in Donaueschingen teil.
Zuletzt ergriff sie dabei das Wort, als es um die Frage der Dorfherinnen
ging. Im vergangenen Jahr wurden übrigens etwa 20 Personen durch die Donaueschinger
Sozialtstation betreut, zwischen neun und 13 pro Monat.
Der Vorstand des Elisabethenvereins: Luitgard Hättich, Vorsitz und Schriftfürerin, Andrea Heizelmann, Maria Mattes, Christine Schrenk und Monika Welte, Pfarrer Werner Arnold, Präses.
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