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Hauptversammlung des Elisabethenvereins am 25. März 2001

Am 1. Juli 1945 wurde der Elisabethenverein vom damaligen Pfarrer Franz Xaver Glatz gegründet und zählt noch heute 150 Mitglieder - meist ältere Wolterdinger, deren Familien seit Jahrzehnten dem Verein angehören.

"Früher traten die Frauen selbstverständlich mit der Hochzeit dem Elisabethenverein bei", weiß Kassiererin Christa Fesenmeyer zu berichten. Die Hilfe des Vereins hat nämlich fast jeder in Anspruch genommen: Er war Träger der Schwesternstation und der Kinderschule, wie der Kindergarten früher genannt wurde, sowie einer Nähschule.

die frühere Schwesternschule stand dort, wo sich heute der Dorfplatz befindet. Das Gebäude wurde gegen Ende des Kriegeszerstört

Die Gründung des Elisabethenvereins geht zurück auf einen badischen Frauenverein, den Fürstin Dorothea zu Fürstenberg 1889 in Wolterdingen ins Leben gerufen hatte. 1906 wurde im Ort eine Schwesternstation und bald darauf die Kinderschule eingerichtet und mit Schwestern aus Hegne besetzt. "Arme alte Leute, Kranke und Wöchnerinnen wurden gepflegt und mit warmem Essen versorgt oder auch mit Geldgaben unterstützt", schreibt Emil Hauger in seiner Chronik über das "segensreiche Wirken" des Vereins.

Mehrere Tausend Krankenbesuche verzeichnen die Statistiken für die Nachkriegsjahre, zwischen 200 und 400 Menschen werden betreut, Sammlungen für arme Familien, Fliegerbeschädigte, Kriegsgefangene oder Ostflüchtlinge durchgeführt. Seit 1961 sind zudem alle Senioren des Ortes zum Altennachmittag geladen, der traditionell am zweiten Sonntag im Dezember veranstaltet wird.

Ein schwerwiegender Einschnitt kommt mit der Aufhebung der Schwesternstation wegen Schwesternmangels am 15. November 1973. Am 1. April 1974 geht die Trägerschaft des Kindergartens an die Pfarrgemeinde beziehungsweise den Stiftungsrat über. Damit entfällt der eigentliche Zweck des Vereins. Auf einer Versammlung am 28. Oktober 1973 sprechen sich dennoch alle anwesenden Mitglieder (ein Drittel) für den weiteren Erhalt aus. Seitdem seien die Elisabethen ein Förderverein für die Caritas-Sozialstation St. Elisabeth Donaueschingen, die für Donaueschingen und Hüfingen zuständig ist, wie Vereinsvorsitzende Luitgard Hättich erklärt.

Der Vorstand des Elisabethenvereins, v.l.: Henriette Arnold, Christa Fesenmeyer, Luitgard Hättich, Maria Strobel, Werner Arnold, Anni Häßler und Brigitte Schmiederer

24 Mark im Jahr beträgt derzeit der Jahresbeitrag für die Mitglieder. Im Gegenzug kommen sie in den Genuß eines 15-%-Rabatts auf Leistungen der Sozialstation. Seit Einführung der Pflegeversicherung vor gut fünf Jahren sind zwar viele Leistungen durch die Versicherung abgedeckt, aber offenbar ist dennoch immer wieder zusätzliche Hilfe notwendig, die aus eigener Tasche bezahlt werden muß. So wurde nach Auskunft der Verwaltungsleiterin der Donaueschinger Sozialstation, Rita Löffler, in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres in Wolterdingen insgesamt 415 Mark Rabatt gewährt, vor allem für hauswirtschaftliche Hilfe.

Aber der Elisabethenverein unterstützt die Arbeit der Sozialstation noch weiter. Denn, so die Verwaltungsleiterin, Hilfsbedürftige müßten laut Pflegegesetz einen Investitionskostenanteil selber bezahlen. In Wolterdingen und anderen Ortschaften komme für diesen Anteil ebenfalls der örtliche Elisabethenverein auf. Die Summe - meist zwischen 1 und 4,50 Mark - wird pauschal auf die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinden umgelegt (in Wolterdingen knapp 1200). "Die Solidargemeinschaft zwischen Kranken und Gesunden wird aus den Mitgliedsbeiträgen finanziert", formuliert es Pfarrer Werner Arnold.

Luitgard Hättich sieht zudem noch Gestaltungsmöglichkeiten bei der Arbeit der Sozialstation. Denn gemeinsam mit dem Pfarrer nimmt sie und Christa Fesenmeyer regelmäßig an der Generalversammlung in Donaueschingen teil. Zuletzt ergriff sie dabei das Wort, als es um die Frage der Dorfherinnen ging. Im vergangenen Jahr wurden übrigens etwa 20 Personen durch die Donaueschinger Sozialtstation betreut, zwischen neun und 13 pro Monat.

Der Vorstand des Elisabethenvereins: Luitgard Hättich, Vorsitz und Schriftfürerin, Andrea Heizelmann, Maria Mattes, Christine Schrenk und Monika Welte, Pfarrer Werner Arnold, Präses.


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