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Gedicht zur Einweihung des Vereinshauses

Von Theresia Gantert, 19. Januar 2001

Ganz herzlich grieß ech Eich, verehrte Litt,
i däm nei i'gweihte Vereinshuus hitt.
Ech wett Eich gern verzelle,
wa mech alls so duet bewege:

Am letschte Dag s'letscht Johr im Jänner,
verschrecket z'nacht nit nu d'Männer.
D'Sirene brielet dorchs ganz Oat,
Rauch qualmet firchtig krottebroat.
Um dä tausig Gottswille,
im friehere Hagestaal, im Schwimmbadsal do brennt's
d'Feierwehr wia b'sesse rennt.
Doch dia Manne kennet nu no wehre,
daß sech dä Brand nit duet vermehre.
Note, Disch, Stiehl und vom G'sangverein s'Klavier,
alls ischt hie und schwarz vom Fiir.

Zum Glick hätt's Schwimmbad nu halbe verwischt,
wer woaß, wo mer sunscht wäret hitt.
D'eschinger hettet womöglich b'schlosse,
des Schwimmbad word sofort g'schlosse.
Mir hettet amend gar niet lang mieße warte,
no hettet sie druus g'macht än Japanergarte.
So sind d'Door uffgange grad uff d'Pfingschte,
mit dem Heilige Geischt goht's halt am ringschte
und d'Buebe, d'Maidle und au alte Wieber
hond is Wasser hoppe kinne kopfüber.

Bis dia Versicherung hätt alles g'klärt
und gsäah hätt, wo und wa iberall alls fehlt,
hätt's Stadtbauamt, sell mueß ech sage,
s'ischt däno wia am Schniele gange,
dia hond sech g'flisse und bald druff b'stellt
d'Handwerksmoaschter mit samte G'sell.

Ech bin secher konn Verräter,
wenn ech sag, es war dä Thäter,
der denne Firme gucket hätt uff d'Finger,
daß sie machet konne krumme Dinger.
Au isern Ortschef Müller war selli hinnehäar,
dä isches g'wähnt, bi dä Kripo ischt er Kommissär
und hinder dä Verbrecher häar.

D'Murer, d'Schriener, d'Flaschner, d'Moler und dä Zwick
hond jetzt g'schaffet wia verrickt,
g'säget, g'hobelt, bohret, g'schmiert, lackiert,
dä Saal mitre scheene Decke usg'staffiert,
noble Derre überdimensional,
z'dritt kascht innikumme ohne Qual,
ä Treppe scheen broat us Buecheholz,
des ischt isern ganze Stolz.

Dä Bode hond mir Landfraue scho usprobiert,
und im Stau und Liege meditiert.
Als Krönung Vorhängle luftig und durftig,
schwer entflammbar und nit muckefurzig,
und daß au s'Liecht brennt häal und nei
war dä Welte Sepp däbei.

Doch gell, me ka eweng verschrecke,
wenn mer zum erschte Mool duet dä Saal beträte
und siaht dia Balke fascht gar schwarz
und so fischter grad wia d'Nacht.
Villicht ischt des wieder dä neieschte Trend
oder zum Adenke, daß mer siaht, wo's hätt brennt.
S'ischt egal, do hinne isches oafach hoamelig - scheen
und mir saget vo Herze dankescheen.
Ech sag's au grad, wia ech's denk und isch,
so ä Fiirle nit allewiel än Fehler ischt.

Mir danket au, daß jetzt ischt Rauchverbott,
o, hätt des friehr amel g'schtunke wia uffeme Abort.
Jetzt schnuufet Gottseidank näamert meh i
des Lumpezieg vo dä Reval und Companie,
denn nu inre frische Luft ka mer guet singe, musiziere
und iber alls und ebbis diskutiere.

Wenn jetzt au ä paar Tausender fehlet i dä Stadthauptkass,
mir wisset, es spendet au koa Caritas,
doch Eschinger Herre bedenkt,
wa mir Eich zum Hozig hond g'schenkt,
d'Pfohremer beispielsweise ließ des kalt,
denn dia hond jo au konn Wald.

Alle Verein wänd des Heim jetzt guet verwalte,
mitändand do obe und unne au suuber halte
und mir bittet St. Florian: Halte Wacht
und des bi Dag und i dä Nacht!
Dä Herrgott word dem Huus sin Säge gäah
und seller ka ihm näamert näa.


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